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30) Eliane & Marcel 
Ort:
Alice Springs
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Samstag, 22 Mai 2004 08:40

Man koennte meinen wir haetten nicht schon wieder genug zu berichten um diesen Eintrag zu rechtfertigen! Immerhin haben wir ja erst gerade in Darwin einen grossen Bericht geschrieben... Aber wenn Ihr folgendes lest, dann merkt Ihr wie viel in relativ kurzer Zeit so bestaunt werden kann!

Unser erster Stopp nach Darwin war der Litchfield N.P. - auch "Kakadu N.P. im Kleinformat" genannt. Wir koennen es gleich vorweg nehmen, die beiden Parks sind grundverschieden und jeder ein Erlebnis fuer sich!
Da die Wetseason noch gar nicht sooo lange vorbei war, hatte es auch im Litchfield noch ziemlich viel Wasser. Desshalb mussten wir auf einige erfrischende Baeder verzichten, zu riskant waere es gewesen ploetzlich mit einem Salzwasserkrok zu schwimmen... Trotzdem, wir fanden zwei geniale Plaetzchen um uns von der Hitze zu erholen. Im Buley Rockhole konnten wir wie Koenige in treppenartig angelegten Felsenpools schwadern und die Wasserfaelle ueber unsere Ruecken prasseln lassen - aaaaahhhhhh, soooo was wohltuendes! Und bei den Florence Falls schwammen wir zusammen mit hunderten von Fischen im recht grossen Pool umher, ebenfalls eine absolut willkommene Erfrischung! Die Fische waren uebrigens ganz lieb und gingen uns immer aus dem Weg, no problem also smile
Im Litchfield kann man aber nicht nur baden und geniessen, sondern man kann auch ziemlich staunen. Die zwei- bis drei Meter hohen Huegel der Kompasstermiten sind einfach ein Raetsel... Wie schaffen es Termiten, saemtliche Bauten auf die Nord- Suedachse auszurichten? Die Forscher wissen es uebrigens auch noch nicht so genau!

Gut, dann kam also der weltberuehmte Kakadu Nationalpark. 20'000 Quadratmeter Wunder! Der Park steht uebrigens auch auf der Liste der UNESCO Weltnaturerbe. In diesem Park gibt es hunderte von Pflanzenarten die noch nicht katalogisiert wurden, und in den unendlichen Sumpflandschaften wohnen die unglaublichsten Geschoepfe dieser Erde (nur ein Beispiel, die Haelfte aller Australischen Vogelarten leben im Kakadu...)! Wir hatten noch nie zuvor in unserem Leben so etwas zauberhaftes und vollkommenes gesehen wie diese Suempfe. Alles war mit abertausenden von Wasserlilien uebersaet, die Farben waren so mild und taten unseren Augen so gut, es war schon fast unbeschreiblich... Natuerlich machten auch wir bei einer Bootstour ueber den Yellow River mit - bei Sonnenaufgang glitten wir uebers stille Wasser, die Voegel, Insekten und Reptilien erwachten langsam, die Sonne fing an alles in ihr sanftes Licht zu tauchen... Das intakte Leben im Park ueberwaeltigte uns, und noch heute bekommen wir fast Gaensehaut wenn wir daran zurueckdenken! Ah, auf dieser Bootsfahrt entdeckten wir natuerlich auch etliche Salzwasserkrokodile... Und als eines extrem nah an unser Boot kam und sich praesentierte, schauten wir nur noch ehrfuerchtig auf dieses Wesen hinunter - wow!
Im Kakadu gibt es ausser der wunderschoenen Suempfe auch die bis zu 20'000 Jahre alten Felsmalereien der Aboriginies. Wir standen wie angewurzelt vor diesen Felsen und konnten uns die Urvoelker regelrecht vorstellen wie sie damals dort sassen und ihre Erlebnisse zeichneten! Absolut fantastisch!

Nun, nachdem wir wirklich genuegend Zeit im Kakadu verbracht hatten, fuhren wir ins Landesinnere, Richtung Outback Australiens. Zuerst machten wir natuerlich noch Stopp bei Mataranka, wo natuerliche warme Quellen (32 Grad) ein tolles Bad bieten. Das absolut geniale an diesen Quellen ist die Tatsache, dass diese in ihrer natuerlichen Form belassen wurden (vor allem die bei Bitter Springs)! Man badet also in warmen Wasser inmitten in einem Wald, herrlich!

Irgendwann erreichten wir dann endlich Alice Springs. Und stellt Euch vor, hier regnete es auch endlich wieder einmal! Seit sicher 2 Monaten hatten wir keinen Regen mehr gesehen, also konnten wir diesen Tag auch etwas geniessen... Alice liegt uebrigens gar nicht einfachso irgendwo in der flachen Wueste - nein, ringsum sieht man die Hoehenzuege der MacDonnell Ranges. Ueber Jahrtausende haben Fluesse tiefe Kerben in diese Ranges gegraben, und so sind viele wunderschoene Schluchten entstanden. Eine davon ist der Standley Chasm, eine spektakulaere Felsplatte die mittags, wenn die Sonne hoch genug steht, in tollen Rottoenen erstrahlt!

Nach diesen Ranges mussten wir nochmals 450km auf uns nehmen um ueberhaupt zum Ayers Rock, dem Wahrzeichen Australiens, zu gelangen. Und dann war es soweit, wir sahen den 650 Mio. Jahre alten Felsen aus Arkosesandstein. Irgendwie hat man sich ja vorbereitet und auch schon unzaehlige Bilder gesehen. Aber nichts ist ueberwaeltigender als der erste Eindruck wenn man ihn selber einmal sieht! Wir erforschten den Felsen von A-Z, machten 1000 Foeteli und speicherten die Mystik und Kraft dieses Ortes in unseren Gehirnen... Die Thematik des Besteigens oder Nicht-Besteigens des Uluru ist nun mal gegeben. Fuer uns war der Fall aber ziemlich rasch geklaert. Die Anangu-Voelker bitten die Besucher mittels einer riesigen Tafel, von der Besteigung doch abzusehen, da dieser Felsen eine tiefe relegioese Bedeutung fuer sie hat. Es hat schlussendlich wohl alles mit Erziehung und Respekt zu tun. Noch immer krackselten Leute auf den Uluru und konnten es einfach nicht lassen... Das zeigte uns wieder mal wie viele Menschen doch egoistisch und ignorant sind...

Beim Uluru in der Naehe stehen ja noch andere extreme Felsformationen, die Olgas (uebersetzt etwa "viele Koepfe"). Ebenfalls ein hoch heiliger Ort der Aboriginies, den man aber mittels einer Wanderung zwischen den Felsen hindurch super erforschen kann. Und so wanderten wir wieder einmal im Valley of the Winds, es war tataechlich sehr windig, aber ein Erlebnis zum auftanken der Seele!

Ja, und schlussendlich war in dieser Gegend (ca 300km weiter) noch der Watarrka N.P. mit dem Kings Canyon. Der Canyon gehoert ebenfalls schon fast zum "Pflichtprogramm" eines Australien Besuchs. Wir fanden ihn absolut sehenswert, aber aus den Socken hat er uns nicht gehauen! Da haben wir in Western Australia schon andere Schluchten gesehen die fuer uns viel imposanter waren... Aber wir konnten eine schoene Wanderung den Abbruchkanten des Canyons entlang machen - den "Kings Canyon Walk" empfehlen wir jedem der dorthin geht!

So. Jetzt sind wir also wieder in Alice Springs, und das Wetter scheint in den naechsten Tagen nochmals ziemlich schlecht zu werden. Wir haben uns entschieden noch einen Tag auszuruhen und morgen die ueber 2000km lange Fahrt Richtung Cairns in Angriff zu nehmen. Nach dieser Strecke sind wir dann wieder an der Ostkueste angelangt - zwar ist es noch ein recht weiter Weg bis Sydney, aber immerhin sind die Distanzen dann nicht mehr allzu gross!

Ansonsten gehts uns gut, wir sind gluecklich und zufrieden! See Ya! E&M
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