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37) Eliane & Marcel 
Ort:
Whitehorse, Yukon
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Donnerstag, 16 September 2004 00:07

Dear folks...

Unsere Reise verlaeuft weiterhin nach unseren kuehnsten Wuenschen - alles Paletti, das Auto laeuft, und wir koennen es noch immer in vollen Zuegen geniessen!

Als Fairbanks in dicken Rauchwolken 'verschwand', haben wir uns Richtung Denali N.P. auf den Weg gemacht. Eigentlich hatten wir vor uns mit dem Zelt im Park selber einzunisten und ein paar Tage zu geniessen. Leider mussten wir aber feststellen, dass saemtliche Zeltplaetze bis Ende August ausgebucht waren! So blieb uns nichts anderes uebrig, als eine Tagestour mit dem Bus zu machen. Wir warteten drei Tage bis das Wetter mitzumachen schien bevor wir die 11-stuendige Fahrt in Angriff nahmen. Mit dem ersten Bus im Morgengrauen ging es los in die Wildnis. Ueberall hing noch der Nebel in der nassen Tundra, und als langsam die Sonne ihre waermenden Strahlen zeigte sahen wir auch schon die ersten Tiere. Eine ziemlich grosse Herde Caribous graste friedlich 50 Meter von unserem Bus entfernt. Diese Tiere haben riiiiiesengrosse Geweihe, kaum zu glauben was die fuer ein Gewicht mit sich tragen! Bald darauf sahen wir ein paar Moose die gemuetlich ueber die Tundra liefen, und zu unserem Glueck zeigte sich auch ein Grizzly in weiter Ferne. Die Stimmung war so mystisch und perfekt in diesem Nationalpark, und jeder im Bus wurde von der Schoenheit und Perfektion der Natur in Bann gezogen. Wir waren natuerlich sehr gespannt ob wir den Berg der Berge sehen wuerden. Da der Mt. McKinley so ueberragend hoch ist, kreiert er sozusagen sein eigenes Wetter. Nur gerade 30% vom Jahr kann man ihn bewundern, ansonsten ist er irgendwo hinter Wolken versteckt. Ihr ahnt es, wir hatten wieder einmal Glueck! Im Morgenrot zeigte sich 'der Grosse', und wir standen ganz ehrfuerchtig vor dem maechtigsten Berg Nordamerikas... Obwohl uns nach der Denali-Fahrt unser Hintern fast weh tat erlebten wir einen unvergesslichen Tag!

Danach schlich sich der Rauch von Fairbanks auch in diese Gegend. Es war fuerchterlich. Die Sonne verschwand zeitweise fast im dicken Nebel, und von Bergen war weit und breit nichts mehr zu sehen! So machten wir uns auf Richtung Anchorage, in der Hoffnung dort auf bessere Bedingungen zu treffen. Leider war aber auch Anchorage in Rauch gehuellt - die Waldbrande dieses Jahr gehoerten zu den schlimmsten die Alaska jemals gesehen hat.

Nach ein paar Tagen Internet und Stadtleben reisten wir auf die Kenai Peninsula. Seward war unser erstes Ziel. Von dort aus machten wir eine Bootstour in den Kenaj Fjords N.P.. Ihr koennt dazu die Foeteli anschauen, nur soviel: Wir hatten uns gewuenscht die ins Meer kalbenden Gletscher bei tollem Wetter und besten Bedingungen zu sehen - und unser Wunsch ging in Erfuellung! Ausserdem sahen wir unzaehlige Tiere, von Delphinen ueber Wale bis zu Robben und Puffins (siehe Foeteli), es war wieder einmal alles perfekt...

Bei Seward gab es eine absolut geniale Wanderung der Moraene des Exit Glaciers entlang! Natuerlich kletterten wir auch dort hinauf, ziemlich anstrengend, aber wohl eine der schoensten Wanderungen die wir beide jemals gemacht haben. Oben angekommen konnten wir ueber das riesige Harding Eisfeld sehen, und das Ausmass des Eises gab uns nur eine kleine Vorstellung davon wie riesig der ganze Nationalpark doch ist!

Auf der Kenai Peninsula besuchten wir natuerlich auch Homer. Fuer uns Schweizer ist es schwer nachvollziehbar wie die Menschen an einem solchen Ort auf der Welt leben koennen. Wer in Homer nicht in der Fischindustrie arbeitet ist wohl voellig abnormal... Fischen bedeutet hier alles - siehe Foeteli als Beweis dazu...

Zurueck in Anchorage machten wir uns parat fuer unseren Tripp zum Katmai N.P.. Wir mussten einen teuren Flug buchen um ueberhaupt in diese Wildnis zu gelangen, aber die lachsfischenden Baeren wollten wir uns einfach um keinen Preis entgehen lassen!
So flogen wir eine Stunde Richtung Suedwesten, landeten in King Salmon und stiegen um in ein Wasserflugzeug. Wow, wir sind ja nun wirklich schon viel geflogen, aber mit einem Wasserflugzeug zu starten und landen ist etwas absolut spezielles! Eliane als Co-Pilotin knippste sich fast die Finger wund, obwohl wir beim Hinflug nicht das beste Wetter hatten (dafuer war der Rueckflug absolut einmalig!).
Als wir unser Ziel, das Brooks Camp, erreichten, sahen wir schon vom Flugzeug aus den ersten Baeren! Wir flippten fast aus und konnten es nicht glauben endlich hier zu sein... Zuerst mussten wir zu den Parkrangern und ein Briefing absolvieren, mit den Baeren ist schlicht nicht zu spassen! Danach ging es aber schleunigst los zu den Aussichtsplattformen. Die ersten Baeren zeigten sich schon auf dem Weg zur ersten Plattform, wir waren ja so aufgeregt, spazierten zusammen mit diesen riesigen Baeren auf den gleichen Wegen, wahnsinn!!! Immer genug Abstand, und wenn sich einer naehert, langsam den Rueckzug antreten...
Bei Brooks Fall, dem beruehmten Wasserfall wo die Baeren immer nach Lachs fischen, konnten wir uns jeweils gar nicht mehr losreissen. Ein Baer sass jeden Tag mitten im Wasserfall in seinem Jacuzzi und wartete darauf dass ihm ein Lachs ins Maul flog! So ein faules Tier, aber ein sicherer Wert am Wasserfall smile Weiterhin konnten wir in dieser Region oft eine Mutter mit zwei einjaehrigen Kleinen beobachten. Diese putzigen Kerlchen sehen so unheimlich suess aus dass man sie am liebsten knuddeln moechte. Aber wehe, man komme einer Baerenmutter mit Kleinen besser nie zu nahe!
Eines Tages hatten auch wir eine Baerenbegegnung der besonderen Art. Wir waren auf dem Weg vom Wasserfall zurueck zum Campingplatz und mussten einem Waldpfad entlang gehen. Es waren noch zwei andere Leute mit uns unterwegs als wir den ersten Baeren 10 Meter neben dem Weg im Wald liegen sahen. Der Kerl wollte sich einfach nicht wegbewegen, obwohl wir wirklich Krach machten. So entschieden wir uns in der Gruppe neben ihm vorbei zu gehen. Kaum hatten wir ihn hinter uns gelassen kam uns aber auf unserem Pfad ein weiterer Riesenkoloss entgegen! Hilfe! Also traten wir in der Gruppe den Rueckzug an. Der Baer fand es wohl lustig uns etwas Angst einzujagen, denn er beschleunigte seinen Schritt und schien zu rennen so schnell wurde er... Wir mussten also ebenfalls einen Zacken zulegen, aber ohne zu rennen, denn dies wuerde dem Baeren zeigen dass wir potentielle Beute fuer ihn sind! Diese Szene verging in ca einer Minute, aber uns sank das Herz in die Hosen, unvergesslich... Schlussendlich entschied sich der Baer dann doch fuer einen Pfad irgendwo im Dickicht, und wir konnten endlich aufatmen...
Wir koennen nicht jede Begegnung mit den Baeren schildern, es gab einfach viel zu viele davon. Wir wissen auch nicht wie viele Baeren wir im Total gesehen haben, keine Ahnung! Wir koennen nur ein Fazit aus diesem teuren Tripp ziehen: Wir wuerden jederzeit wieder dorthin gehen, es war einfach gigantisch!!!

Wieder in Anchorage - diese Stadt kennen wir nun wirklich gut! Das Wetter war ploetzlich wunderschoen, der Rauch verflogen. So beschlossen wir, noch einmal Richtung Denali zu fahren um den Berg vielleicht doch noch von der anderen Seite zu sehen. Und wir sahen ihn! Bei einer Wanderung um einen See spiegelte er sich sogar noch im Wasser, Bilderbuch, Postkarte, absolut Perfekt...

Nun hiess es den Weg Richtung Kanada einzuschlagen. Auf der Fahrt zur Grenze wurde uns ein paar Mal bewusst dass der Herbst Einzug gehalten hatte. Wir sahen farbige Blaetter an den Baeumen, und in der Nacht wurde es schon empfindlich kalt! Zum Glueck haben wir ja eine Heizung im Bus, sonst waere es nicht mehr so gemuetlich zu campen...

Den letzten Abstecher nach Alaska machten wir via Haines und Skagway. Diese zwei Zipfel gehoeren noch zu Amerika, obwohl sie eigentlich schon in British Columbia liegen. Wir konnten noch einmal Gletscher und Berge geniessen, und als es schlussendlich einen Tag lang nur noch regnete ruhten wir uns in unserem gemuetlichen Busslein aus und genossen das Nichtstun!

Nun sind wir also in Whitehorse angelangt. Das Alaska Abenteuer ist bereits Geschichte. Wir sind absolut begeistert, und wieder einmal koennen wir sagen, dass wir dank viel Zeit eine perfekte Reise hatten und enorm viel gesehen haben.

Gestern mussten wir uebrigens durch eine 5 cm dicke Schicht Schneeregen fahren! Ein weiteres Zeichen dass die Zeit ziemlich schnell vorbei geht... Unsere Plaene waeren eigentlich klar, in ein paar Tagen sollten wir Jasper erreichen. Bleibt zu hoffen, dass die weisse Pracht noch nicht in ganz Kanada Einzug gehalten hat, sonst muessen wir wohl unsere Plaene leicht aendern. Mal abwarten und sehen was uns noch alles bevorsteht!

Bis bald - schon bald heisst es auch fuer uns "zurueck ins normale Leben"...

e&m
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